Das Finanzamt

Schulden beim Finanzamt? Handeln Sie!

Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Finanzamt auf und vereinbaren Sie einen persönlichen Gesprächstermin (auch wenn es schwer fällt, aber dort sitzen auch nur Menschen). Besprechen Sie in diesem persönlichen Termin eine Ratenzahlungsvereinbarung, bei gleichzeitiger Aussetzung der Vollstreckung. Da es ab 01.07.2010 die Möglichkeit auf Einrichtung eines P-Kontos bei Ihrer Bank gibt, dies aber vor einer Pfändung geschehen muss, haben Sie nur die Möglichkeit beim zuständigen Amtsgericht einen pfändungsfreien Betrag auf Ihrem Konto in Höhe von 985,15 Euro zuzüglich eventueller Freibeträge zu beantragen. Die Konten unterliegen aber weiter der Pfändung. Sie sollten daher „unbedingt (!)“ die oben beschriebene Ratenzahlungsvariante vereinbaren.

Aus unserer Erfahrung heraus, wird das  Finanzamt einer Ratenzahlungsvereinbarung zustimmen, es sei denn, es liegen strafrechtliche Gründe für eine Ablehnung vor.  Das Finanzamt wird aber verlangen, das die Rückzahlung innerhalb der nächsten 6 Monate zu erfolgen hat.

Das Finanzamt wird Sie  nicht kaputt machen, denn es weiß, dass im Falle einer Insolvenz die Möglichkeiten Geld zu bekommen, schlechter sind. Insofern sollte das Finanzamt zustimmen.

Handeln Sie strategisch und nicht aus Verzweiflung!

Zur Ratenzahlungsvereinbarung sollten Sie sich vorbereiten:

– Sie müssen Ihre momentane wirtschaftliche Situation darstellen (Einnahmen/Ausgaben/Überschuss)

– 6- monatiger Tilgungsplan auf Grund Ihrer monatlicher Einahmen-/Ausgabenrechnung erstellen

– Einkommensnachweis bzw. Bilanz oder Ähnliches die die Machbarkeit der Ratenzahlung nachweisen

Ist die Steuerschuld nicht sehr hoch (nach unseren Erfahrungen bis max 1.500 Euro) reicht es oftmals aus, den Antrag auf Ratenzahlung schriftlich zu stellen.

Wichtig!

Finanzämter und Sozialversicherungsträger sind bei Unternehmensinsolvenzen diejenigen, die in den meisten Fällen am schnellsten Fremd-Insolvenzanträge stellen.

Auch Steuerschulden können grundsätzlich eine Privatinsolvenz auslösen.

Zur Stundung:

Die Finanzbehörden können Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis ganz oder teilweise stunden, wenn die Einziehung bei Fälligkeit eine erhebliche Härte für den Schuldner bedeuten würde und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet erscheint. Die Stundung soll in der Regel nur auf Antrag und gegen Sicherheitsleistung gewährt werden. Steueransprüche gegen den Steuerschuldner können nicht gestundet werden, soweit ein Dritter (Entrichtungspflichtiger) die Steuer für Rechnung des Steuerschuldners zu entrichten, insbesondere einzubehalten und abzuführen hat. Die Stundung des Haftungsanspruchs gegen den Entrichtungspflichtigen

g4432 Formlosen Muster-Antrag zum Ausfüllen.

g4432 Formlosen Muster-Antrag zur Stundung von Steuerschulden.