Das P-Konto

Seit Juli 2010 kann jedermann sein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen. Veranlasst dann eine Behörde oder ein Gericht eine Pfändung des Kontos, ist auf dem P-Konto jeden Monat automatisch ein Sockelbetrag von 1.028,89 Euro (Rechtsstand 01.07.2011) geschützt. Damit soll gewährleistet werden, dass ein Schuldner auch weiterhin dringend notwendige Zahlungen wie etwa die Miete und Strom leisten kann. Der Sockelbetrag kann je nach Umfang von Unterhaltspflichten und Bezug von Sozialleistungen erhöht werden. Dazu verlangen die Sparkassen und Banken in der Regel eine entsprechende Bescheingung einer geeigneten Person (z.B. Rechtsanwälte) oder einer geeigneten Stelle (z.B. Schuldnerberatungsstellen).

Wie wird mein Lebensunterhalt auf dem Konto geschützt, wenn ich kein P-Konto habe?

Grundsätzlich wird durch einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss das Guthaben auf Ihren Konten einschließlich Sparguthaben gepfändet. Das bedeutet zunächst, dass Ihnen kein Geld ausgezahlt wird und auch keine Überweisungen ausgeführt werden. Dies gilt auch, wenn Ihr Lohn oder Gehalt bereits beim Arbeitgeber gepfändet wurde. Ihre Bank darf Ihnen nach der Pfändung nur nach einer gerichtlichen Kontofreigabe Geld auszahlen oder Überweisungen für Sie tätigen.

In den erst vier Wochen überweist die Bank aber auch kein Geld an den pfändenden Gläubiger. Ihr Konto ist quasi gesperrt. Nach Ablauf der Schutzfrist wird das verbliebene Guthaben an den Gläubiger überwiesen, und Sie bekommen es nicht mehr zurück. Nutzen Sie spätestens jetzt die Zeit, um Ihr nicht-pfändbares Guthaben zu sichern, indem Sie Ihr Girokonto in ein P-Konto umwandeln lassen.

Haben Sie ein gemeinsames Konto mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, auf dem jetzt die Kontopfändung eingegangen ist?

Bei einem gemeinsamen Konto ist in der Regel jeder Kontoinhaber allein über das gesamte Guthaben verfügungsberechtigt. Damit trifft die Kontopfändung auch das Guthaben des Partners oder der Partnerin. In der Konsequenz können Sie beide nicht mehr über das Guthaben verfügen! Um dies zu ändern, muss die Person, gegen die kein Pfändungsbeschluss vorliegt, bei Gericht eine Freigabe ihres jeweiligen Einkommens erwirken.

Was können Sie tun:

  • Ist bei einem gemeinsamen Konto auch das Guthaben der Partner von der Kontopfändung betroffen, versuchen Sie sich eine Freigabeerklärung des Gläubigers oder der Gläubigerin per Telefon oder Fax zu beschaffen. Die Bank zahlt Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin dann kurzfristig die für ihn oder sie bestimmten Gutschriften aus.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie für die Zukunft nicht besser jeweils ein eigenes Konto führen wollen. Damit können Gutschriften und Überweisungen für Sie jeweils genau getrennt werden. Bei getrennten Konten können Sie auch problemfrei die P-Kontenregelung genutzt werden.

g4432 Informationen zum P-Konto

g4432 Ausfüllhinweise zum P-Konto

g4432 P-Konto Bescheinigung